Wir wollen eine bessere Wissenschaftskultur für alle.

Die Arbeit an der Hochschule soll sich durch Nachhaltigkeit, Diversität und Chancengleichheit auszeichnen: Nur so kann wissenschaftliche Exzellenz erreicht werden. Better Science zeigt, wie Hochschulangehörige, Teams und Institutionen ein faires, wertschätzendes und verantwortungsvolles Umfeld schaffen können. 

 

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Was kann ich tun?

Ein Kulturwandel hin zu einer diversen, chancengleichen und nachhaltigen Kultur an Hochschulen kann von allen Hochschulangehörigen getragen werden. Egal, in welcher Rolle Sie sich befinden: Sie haben mehr Einfluss als Sie denken. Finden Sie heraus, was Sie heute konkret anstossen können. Unsere Anleitungen sind erprobte Praktiken aus dem Hochschulbetrieb. 

Transparenz, Standards und Normen

Teams könnten bestehende Leitlinien offen diskutieren, abändern und ausbauen, um einen Konsens über ihre kollektiven und individuellen Verhaltensweisen und Einstellungen zu entwickeln. Auf dieser Grundlage könnte ein Gruppenstandard oder ein Versprechen entwickelt werden, der sicherstellt, dass alle Teammitglieder wissen, was im Forschungs- oder Lehrumfeld erwartet wird. Dies trägt dazu bei, eine positive Kultur zu fördern, indem Standards und "Normen" verfeinert werden.

Guten Rat erteilen und Hilfe anbieten

Gute Ratschläge zu geben, kann schwierig sein. Überlegen Sie, wo Sie gute Ratschläge geben können.

  • Entscheiden Sie, was Sie gut können, und konzentrieren Sie sich darauf, in diesen Bereichen Rat oder Hilfe anzubieten. Seien Sie bereit zu sagen, dass Sie nicht die beste Person sind, die man zu X fragen kann, und schlagen Sie eine andere Person vor, die vielleicht besser zu diesem Thema ist.
  • Es gibt zwei Arten von Hilfe, die man Menschen anbieten kann: Hilfe, die sich direkt auf den Fortschritt ihrer Karriere bezieht, und Hilfe, die psychologisch gefärbt und unterstützend ist. Überlegen Sie sich im Vorfeld, für welche Art von Hilfe Sie Ihre Kompetenzen einsetzen möchten.
  • Entscheiden Sie, wie viel Zeit Sie bereit sind zu investieren.
  • Seien Sie bereit, die Dinge aus der Sicht der Person, mit der Sie sprechen, zu betrachten, auch wenn das nicht Ihre Sichtweise oder Vorgehensweise ist. Denken Sie darüber nach, was für diese Person möglich erscheint, wenn man bedenkt, was sie Ihnen über sich selbst erzählt hat.

Fehlerkultur etablieren

Eine gute Fehlerkultur fördert Vertrauen in das Team und die eigenen Fähigkeiten sowie kreative Wissenschaft und offenes Lernen. Eine gute Fehlerkultur, in der Fehler offen diskutiert werden, ist Grundlage für diverse Teams und Team-Lernen.

Fehler zu normalisieren heisst, eine vertrauensvolle Kultur schaffen, in der Fehler Teil des Lernprozesses sind, in der die Risikobereitschaft gestärkt wird und in der ohne Angst über Fehler gesprochen werden kann.

Es ist wichtig, Fehler einzuplanen. Fehler können überall passieren. Indem Sie aufmerksam sind und Fehler antizipieren, können Sie schneller und besser reagieren, ohne unproduktive Schuldzuweisungen zu provozieren. Nicht zuletzt kann aus Fehlern viel gelernt werden: Analysieren Sie Fehler und setzen Sie die Erkenntnisse um.

Sorgfältiges Peer-Review

Der Peer-Review-Prozess kann nicht nur Einfluss darauf haben, ob eine Publikation angenommen oder abgelehnt wird, sondern auch den Autor*innen wertvolles Feedback geben. Wenn Sie eine Veröffentlichung begutachten, bemühen Sie sich, die Arbeit Ihrer Kolleg*innen zu verbessern anstatt zu denunzieren.

  • Kommunizieren Sie sorgfältig und freundlich
  • Ziehen Sie keine Schlüsse über die Qualität einer Arbeit aufgrund der Namen und Zugehörigkeiten der Autor*innen
  • Konzentrieren Sie sich auf die Forschung und nicht auf die Sprache
  • Schlagen Sie, wenn möglich, Verbesserungen vor, anstatt nur auf Fehler hinzuweisen.

Nächste Veranstaltung

Online lunch event: Slow Science in Times of AI

Artificial intelligence promises faster research: automated analysis, generated text, shorter publication cycles. The Slow Science Movement argues that good research needs time, reflection and careful collaboration. This event examines what slow science can mean in an AI driven research environment.

David Ginsbourger, Professor of Statistical Data Science and Director of the Institute of Mathematical Statistics and Actuarial Science, University of Bern, presents STRADA (www.strada.unibe.ch), the university's initiative connecting disciplinary knowledge with AI methods. He discusses opportunities and limits of AI for scientific practice.

Dr. Matteo Negri of the Slow Science Movement (www.slow-science.com) present their demands addressed to funders, institutions, publishers and researchers: more time for reflection, broader evaluation criteria, incentives for careful review, and stronger collaboration among researchers.

The event raises questions for discussion: Where can AI create room for reflection instead of adding pressure? Which research tasks gain from automation, and which lose quality when accelerated? Can AI even provide tools for slow science?

25. November 2026, 12:15
Online

Wir gestalten Wissenschaftskultur

Wer, wenn nicht wir? Stimmen aus dem Hochschulalltag.

The higher one climbs within the academic system, the more the persistence of patriarchal structures becomes visible. We need a change of academic culture towards more space and recognition of care - care for ourselves, colleagues and our social and family life. The current workload as a professor does not allow any space for "Muse" which is crucial to develop new ideas and insights. Let's change the academic culture together towards a more equitable, caring environment!

Carolin Schurr

This is a great initiative and I fully support it! THANK YOU for promoting a healthy academic environment.

Violeta Muñoz

Cette initiative me redonne de l'espoir et de la force. Merci!

Nolwenn Bühler

Das Wissenschaftssystem schreit nach Optimierung, Better Science muss her!

Anita Martin

Im Sinne von Eugenia Cheng (X+Y: a manifesto for rethinking gender) sollten wir kongressive* Evaluationskriterien entwickeln anstatt Wissenschaftler*innen anhand ingressiver** Kriterien zu bewerten.

*kongressiv: Konzentration auf die Gesellschaft und die Gemeinschaft, Berücksichtigung anderer, statt ihnen etwas aufzuzwingen, Betonung von Interdependenz und Vernetzung, Zusammenarbeit und Kooperation, umsichtige Denkprozesse

**ingressiv: Fokussierung auf sich selbst, Betonung der Unabhängigkeit, wettbewerbsorientiert und kontradiktorisch, eingleisiges Denken

Nele Schuwirth

In my opinion, science should contribute to making this world a better place. But the current academic system of "publish or perish" is not leading to great science, sustainability, equal opportunities and real change for real-world problems. Academia needs to change in order to make this world a better place for all.

Lara Maria Lundsgaard-Hansen

Zehn Handlungsaufforderungen für eine bessere Wissenschaftskultur

Machen Sie Ihre Unterstützung für eine faire und nachhaltige Wissenschaftskultur sichtbar.