Wir wollen eine bessere Wissenschaftskultur für alle.

Die Arbeit an der Hochschule soll sich durch Nachhaltigkeit, Diversität und Chancengleichheit auszeichnen: Nur so kann wissenschaftliche Exzellenz erreicht werden. Better Science zeigt, wie Hochschulangehörige, Teams und Institutionen ein faires, wertschätzendes und verantwortungsvolles Umfeld schaffen können. 

 

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Was kann ich tun?

Ein Kulturwandel hin zu einer diversen, chancengleichen und nachhaltigen Kultur an Hochschulen kann von allen Hochschulangehörigen getragen werden. Egal, in welcher Rolle Sie sich befinden: Sie haben mehr Einfluss als Sie denken. Finden Sie heraus, was Sie heute konkret anstossen können. Unsere Anleitungen sind erprobte Praktiken aus dem Hochschulbetrieb. 

Akademisches CV verbessern

Die Bewertung von Leistungsnachweisen ist einer der mächtigsten "Gatekeeper" in der akademischen Welt. Hochschulen und Förderinstitutionen können ihre Anforderungen an akademische CVs parallel zu ihren Bewertungspraktiken entwickeln:

  • Legen Sie klar fest, welche Rolle der Lebenslauf bei der Gesamtbewertung spielt und wie er neben anderen Dokumenten wie z. B. Projektvorschlägen gewichtet wird. Stellen Sie sicher, dass sowohl die Person, die den Lebenslauf ausfüllt, als auch diejenige, die ihn bewertet, genau wissen, was er enthalten soll und wie er zu bewerten ist, indem Sie beiden dieselben Leitlinien an die Hand geben.
  • Unterscheiden Sie zwischen Leistungen, die die Person selbst erbracht hat, und solchen, die ihm von anderen verliehen wurden, um den Matthews-Effekt bei der Bewertung zu minimieren.
  • Um etablierte Hochschulangehörige nicht dauerhaft zu belohnen, sollten Sie aktuelle und unmittelbar relevante Informationen bevorzugen, auch wenn historische Leistungen prestigeträchtiger sein mögen.
  • Weniger ist mehr. Begrenzen Sie die Anzahl der Leistungen und Ergebnisse in Lebensläufen.
  • Anerkennen und belohnen Sie ein breites Spektrum an Leistungen, um eine vielfältigere und integrative Hochschulkultur zu fördern. Die Herausstellung einer bestimmten Art von Ergebnissen, wie z. B. Veröffentlichungen, schmälert den Reichtum der Forschung und die vielen Formen, in denen sie sich auf die Wissenschaft und die Gesellschaft auswirken kann.
  • Anreize ausgleichen und kontrollieren. Viele lobenswerte Massnahmen und Anreize bergen unbeabsichtigte versteckte Risiken, wenn sie nicht sorgfältig abgewogen und umgesetzt werden. So kann beispielsweise die Zulassung von Open-Access-Veröffentlichungen in Lebensläufen, die bei Förderorganisationen eingereicht werden, mit Opportunitätskosten verbunden sein, wenn gleichwertige Aspekte wie die Förderung der Lehre, der Diversität und Gleichstellung, der Zusammenarbeit, der Nachhaltigkeit, der Reproduzierbarkeit oder des öffentlichen Engagements nicht ausdrücklich gefordert werden, um eine Förderung zu erhalten.
  • Verwenden Sie das akademische Alter und nicht das biologische Alter von Hochschulangehörigen. Die Angabe des biologischen Alters in einem Lebenslauf fördert Vorurteile und kann Frauen, jüngere und ältere Hochschulangehörige diskriminieren.
  • Fördern Sie Narrative anstelle von Listen. Integrieren Sie einen narrativen Teil in einen Lebenslauf. Aufgelistete Punkte können einen schnellen und gut strukturierten Überblick bieten, aber sie verleiten die Bewerter*innen auch dazu, zu zählen statt zu lesen, was wiederum Schnellurteile gegenüber einer gründlichen Bewertung begünstigen kann.
  • Verwenden Sie Metriken mit Bedacht. Implementieren Sie Metriken sorgfältig, um Missbrauch zu vermeiden, und stellen Sie sicher, dass die Evaluatoren ihre jeweiligen Definitionen und Grenzen genau kennen.
  • Verwenden Sie etablierte offene und interoperable Datenstandards und Systeme. Lebenslaufdaten sind wertvoll, da sie die Analyse der Policy und der Leistung einer Institution sowie der Laufbahnstatistiken von Hochschulangehörigen ermöglichen.

Überzeit-Kultur ändern

In vielen Bereichen der Hochschule besteht die Tendenz, über die vertragliche Arbeitszeit hinauszuarbeiten und auch an Abenden und Wochenenden verfügbar zu sein. Dies kann eine Freiheit sein, aber auch zu Überarbeitung und Stress führen. Wirken Sie der Überzeit-Kultur entgegen.

  • Führungspersonen handeln als Vorbilder
  • Nehmen Sie sich Grenzen vor und kommunizieren Sie diese (etwa mit einem Hinweis in der Emailsignatur)
  • Diskutieren Sie Arbeitszeiten im Team und mit Vorgesetzten
  • Kontrollieren Sie als Vorgesetze*r die Arbeitszeiten Ihrer Teammitglieder
  • Kompensieren Sie Überstunden wo immer möglich
  • Machen Sie sichtbar, dass mehr Arbeit nicht zwingend bessere Arbeit bedeutet
  • Wirken Sie dem sozialen Druck entgegen, länger als Ihre Teammitglieder zu arbeiten

Sorgfältiges Peer-Review

Der Peer-Review-Prozess kann nicht nur Einfluss darauf haben, ob eine Publikation angenommen oder abgelehnt wird, sondern auch den Autor*innen wertvolles Feedback geben. Wenn Sie eine Veröffentlichung begutachten, bemühen Sie sich, die Arbeit Ihrer Kolleg*innen zu verbessern anstatt zu denunzieren.

  • Kommunizieren Sie sorgfältig und freundlich
  • Ziehen Sie keine Schlüsse über die Qualität einer Arbeit aufgrund der Namen und Zugehörigkeiten der Autor*innen
  • Konzentrieren Sie sich auf die Forschung und nicht auf die Sprache
  • Schlagen Sie, wenn möglich, Verbesserungen vor, anstatt nur auf Fehler hinzuweisen.

Ein Supportsystem etablieren

Die Bereitstellung und Förderung von Karriereberatungs-, Coaching- und Unterstützungsdiensten für alle Mitarbeitende kann dazu beitragen, den Druck innerhalb eines Forschungsumfelds zu verringern, was für das Wohlbefinden aller von entscheidender Bedeutung ist.

Nächste Veranstaltung

Online lunch event: Slow Science in Times of AI

Artificial intelligence promises faster research: automated analysis, generated text, shorter publication cycles. The Slow Science Movement argues that good research needs time, reflection and careful collaboration. This event examines what slow science can mean in an AI driven research environment.

David Ginsbourger, Professor of Statistical Data Science and Director of the Institute of Mathematical Statistics and Actuarial Science, University of Bern, presents STRADA (www.strada.unibe.ch), the university's initiative connecting disciplinary knowledge with AI methods. He discusses opportunities and limits of AI for scientific practice.

Dr. Matteo Negri of the Slow Science Movement (www.slow-science.com) present their demands addressed to funders, institutions, publishers and researchers: more time for reflection, broader evaluation criteria, incentives for careful review, and stronger collaboration among researchers.

The event raises questions for discussion: Where can AI create room for reflection instead of adding pressure? Which research tasks gain from automation, and which lose quality when accelerated? Can AI even provide tools for slow science?

25. November 2026, 12:15
Online

Wir gestalten Wissenschaftskultur

Wer, wenn nicht wir? Stimmen aus dem Hochschulalltag.

Die Anforderungen an erfolgreiche/exzellente Wissenschaft sind männlich geprägt und stehen damit der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter an den Hochschulen im Weg.

Fleur Weibel

This initiative is such an important step and can serve as a great "role model" for other initiatives to improve the way we do and value science!

Maria Kernecker

Danke für diese Initiative - die Zeit ist überreif!

Tommy Drexel

In my opinion, science should contribute to making this world a better place. But the current academic system of "publish or perish" is not leading to great science, sustainability, equal opportunities and real change for real-world problems. Academia needs to change in order to make this world a better place for all.

Lara Maria Lundsgaard-Hansen

The measures proposed by betterscience.ch are relevant, urgent and important. Following standards from the business world, science suffers critical and systemic issue, such as an overload of publications (often poor in quality), a lack of recognition of time and commitment to reading and studying from individual researchers, career encouragement criteria based on superficial indicators, which together make the critical function of community in science impossible in most domain.

Alaric Kohler

We decided to introduce a 'Culture of Care' for animal experimentation a while ago. This is exactly the way we need to go with science in general: Think about why we are doing what we are doing, improve the quality of our research in every way possible, and - last but not least - improve the "welfare of the researchers", mainly by offering clear career perspectives to our younger colleagues.

Robert Rieben

Zehn Handlungsaufforderungen für eine bessere Wissenschaftskultur

Machen Sie Ihre Unterstützung für eine faire und nachhaltige Wissenschaftskultur sichtbar.