Wir wollen eine bessere Wissenschaftskultur für alle.

Die Arbeit an der Hochschule soll sich durch Nachhaltigkeit, Diversität und Chancengleichheit auszeichnen: Nur so kann wissenschaftliche Exzellenz erreicht werden. Better Science zeigt, wie Hochschulangehörige, Teams und Institutionen ein faires, wertschätzendes und verantwortungsvolles Umfeld schaffen können. 

 

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Was kann ich tun?

Ein Kulturwandel hin zu einer diversen, chancengleichen und nachhaltigen Kultur an Hochschulen kann von allen Hochschulangehörigen getragen werden. Egal, in welcher Rolle Sie sich befinden: Sie haben mehr Einfluss als Sie denken. Finden Sie heraus, was Sie heute konkret anstossen können. Unsere Anleitungen sind erprobte Praktiken aus dem Hochschulbetrieb. 

Guten Rat erteilen und Hilfe anbieten

Gute Ratschläge zu geben, kann schwierig sein. Überlegen Sie, wo Sie gute Ratschläge geben können.

  • Entscheiden Sie, was Sie gut können, und konzentrieren Sie sich darauf, in diesen Bereichen Rat oder Hilfe anzubieten. Seien Sie bereit zu sagen, dass Sie nicht die beste Person sind, die man zu X fragen kann, und schlagen Sie eine andere Person vor, die vielleicht besser zu diesem Thema ist.
  • Es gibt zwei Arten von Hilfe, die man Menschen anbieten kann: Hilfe, die sich direkt auf den Fortschritt ihrer Karriere bezieht, und Hilfe, die psychologisch gefärbt und unterstützend ist. Überlegen Sie sich im Vorfeld, für welche Art von Hilfe Sie Ihre Kompetenzen einsetzen möchten.
  • Entscheiden Sie, wie viel Zeit Sie bereit sind zu investieren.
  • Seien Sie bereit, die Dinge aus der Sicht der Person, mit der Sie sprechen, zu betrachten, auch wenn das nicht Ihre Sichtweise oder Vorgehensweise ist. Denken Sie darüber nach, was für diese Person möglich erscheint, wenn man bedenkt, was sie Ihnen über sich selbst erzählt hat.

Umgang mit Medienanfragen

Leiten Sie Anfragen von Medien an die Person mit der entsprechenden Expertise weiter, statt sie für Ihre persönliche Sichtbarkeit zu missbrauchen. Informieren Sie sich über das Medium und unterstützen Sie unabhängige Redaktionen. Unterstützen Sie insbesondere die Repräsentation von Minderheiten in Ihrem Fachgebiet.

Weiterbildungen besuchen

Weiterbildungen in den Themen Vorurteile, Wissenschaftskultur, Leadership, Diversität besuchen: Insbesondere Führungskräfte, aber auch als Teams. Periodisch Angebote nutzen und darüber sprechen. Der Erwerb von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen wird durch entsprechende Angebote ermöglicht, unabhängig davon, ob eine Karriere im akademischen Sektor oder außerhalb davon angestrebt wird. Karrierewege, die aus der Wissenschaft herausführen, sind ebenso anerkennenswert, und auch außerhalb des akademischen Sektors, wo der überwiegende Teil der Promovierten die Karriere fortsetzt, ist eine wis-senschaftliche Qualifizierung wertvoll.

Akademisches CV verbessern

Die Bewertung von Leistungsnachweisen ist einer der mächtigsten "Gatekeeper" in der akademischen Welt. Hochschulen und Förderinstitutionen können ihre Anforderungen an akademische CVs parallel zu ihren Bewertungspraktiken entwickeln:

  • Legen Sie klar fest, welche Rolle der Lebenslauf bei der Gesamtbewertung spielt und wie er neben anderen Dokumenten wie z. B. Projektvorschlägen gewichtet wird. Stellen Sie sicher, dass sowohl die Person, die den Lebenslauf ausfüllt, als auch diejenige, die ihn bewertet, genau wissen, was er enthalten soll und wie er zu bewerten ist, indem Sie beiden dieselben Leitlinien an die Hand geben.
  • Unterscheiden Sie zwischen Leistungen, die die Person selbst erbracht hat, und solchen, die ihm von anderen verliehen wurden, um den Matthews-Effekt bei der Bewertung zu minimieren.
  • Um etablierte Hochschulangehörige nicht dauerhaft zu belohnen, sollten Sie aktuelle und unmittelbar relevante Informationen bevorzugen, auch wenn historische Leistungen prestigeträchtiger sein mögen.
  • Weniger ist mehr. Begrenzen Sie die Anzahl der Leistungen und Ergebnisse in Lebensläufen.
  • Anerkennen und belohnen Sie ein breites Spektrum an Leistungen, um eine vielfältigere und integrative Hochschulkultur zu fördern. Die Herausstellung einer bestimmten Art von Ergebnissen, wie z. B. Veröffentlichungen, schmälert den Reichtum der Forschung und die vielen Formen, in denen sie sich auf die Wissenschaft und die Gesellschaft auswirken kann.
  • Anreize ausgleichen und kontrollieren. Viele lobenswerte Massnahmen und Anreize bergen unbeabsichtigte versteckte Risiken, wenn sie nicht sorgfältig abgewogen und umgesetzt werden. So kann beispielsweise die Zulassung von Open-Access-Veröffentlichungen in Lebensläufen, die bei Förderorganisationen eingereicht werden, mit Opportunitätskosten verbunden sein, wenn gleichwertige Aspekte wie die Förderung der Lehre, der Diversität und Gleichstellung, der Zusammenarbeit, der Nachhaltigkeit, der Reproduzierbarkeit oder des öffentlichen Engagements nicht ausdrücklich gefordert werden, um eine Förderung zu erhalten.
  • Verwenden Sie das akademische Alter und nicht das biologische Alter von Hochschulangehörigen. Die Angabe des biologischen Alters in einem Lebenslauf fördert Vorurteile und kann Frauen, jüngere und ältere Hochschulangehörige diskriminieren.
  • Fördern Sie Narrative anstelle von Listen. Integrieren Sie einen narrativen Teil in einen Lebenslauf. Aufgelistete Punkte können einen schnellen und gut strukturierten Überblick bieten, aber sie verleiten die Bewerter*innen auch dazu, zu zählen statt zu lesen, was wiederum Schnellurteile gegenüber einer gründlichen Bewertung begünstigen kann.
  • Verwenden Sie Metriken mit Bedacht. Implementieren Sie Metriken sorgfältig, um Missbrauch zu vermeiden, und stellen Sie sicher, dass die Evaluatoren ihre jeweiligen Definitionen und Grenzen genau kennen.
  • Verwenden Sie etablierte offene und interoperable Datenstandards und Systeme. Lebenslaufdaten sind wertvoll, da sie die Analyse der Policy und der Leistung einer Institution sowie der Laufbahnstatistiken von Hochschulangehörigen ermöglichen.

Nächste Veranstaltung

Online lunch event: Slow Science in Times of AI

Artificial intelligence promises faster research: automated analysis, generated text, shorter publication cycles. The Slow Science Movement argues that good research needs time, reflection and careful collaboration. This event examines what slow science can mean in an AI driven research environment.

David Ginsbourger, Professor of Statistical Data Science and Director of the Institute of Mathematical Statistics and Actuarial Science, University of Bern, presents STRADA (www.strada.unibe.ch), the university's initiative connecting disciplinary knowledge with AI methods. He discusses opportunities and limits of AI for scientific practice.

Dr. Matteo Negri of the Slow Science Movement (www.slow-science.com) present their demands addressed to funders, institutions, publishers and researchers: more time for reflection, broader evaluation criteria, incentives for careful review, and stronger collaboration among researchers.

The event raises questions for discussion: Where can AI create room for reflection instead of adding pressure? Which research tasks gain from automation, and which lose quality when accelerated? Can AI even provide tools for slow science?

25. November 2026, 12:15
Online

Wir gestalten Wissenschaftskultur

Wer, wenn nicht wir? Stimmen aus dem Hochschulalltag.

This lagging system needs an update to tackle the challenges of the 21st century. Doing so by rethinking the status quo and striving for better academic quality through equal opportunities? Yes, absolutely! It's time to catch up.

Mira Röseler

Better science - wer wenn nicht wir?

Laura Walti

The type of initiative much needed to activate a change in academia with long-term impact towards a more inclusive and respectful society.

Raphaëlle Luisier

Cette initiative me redonne de l'espoir et de la force. Merci!

Nolwenn Bühler

Very supportive - and I would love a course on that such as leadership course for better science in academia

Marie Ballif

We decided to introduce a 'Culture of Care' for animal experimentation a while ago. This is exactly the way we need to go with science in general: Think about why we are doing what we are doing, improve the quality of our research in every way possible, and - last but not least - improve the "welfare of the researchers", mainly by offering clear career perspectives to our younger colleagues.

Robert Rieben

Zehn Handlungsaufforderungen für eine bessere Wissenschaftskultur

Machen Sie Ihre Unterstützung für eine faire und nachhaltige Wissenschaftskultur sichtbar.